Wirtschaftskammer Vorarlberg und Land Vorarlberg haben den 15. Innovationspreis für herausragende Leistungen verliehen. Insgesamt sechs Unternehmen wurden für die Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren ausgezeichnet.

„Die Kraft der Innovationen hat Auswirkungen auf unser Land und ist die Triebfeder für den Wohlstand und die hohe Lebensqualität“, würdigte Wirtschaftskammer-Direktor Helmut Steurer gemeinsam mit Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser die Innovationsleistungen der heimischen Wirtschaft. Vier Unternehmen erhielten heuer den Innovationspreis, zusätzlich wurden zwei Sonderpreise für das beste Kleinunternehmen und das beste Start-up-Unternehmen vergeben.  

Wirtschaftskammer und Land verleihen gemeinsam im Abstand von zwei Jahren diesen Preis. Über 400 Projekte wurden in den vergangenen Jahren bei den 15 Ausschreibungen eingereicht. Knapp 90 Unternehmer konnten seit 1988 den Innovationspreis entgegennehmen. Viele der ausgezeichneten Unternehmen sind nachhaltig erfolgreich und ihre Produkte international am Markt führend.

„Technologisches Wissen erfolgreich umzusetzen, gelingt unseren Unternehmen in hervorragender Weise. Um Marktanteile gewinnen, halten oder ausbauen zu können, braucht es ständig neue Produkte, neue Verfahren, neue Dienstleistungen. Innoviert und entwickelt wird in unserem Land, um zielgerichtete Lösungen für ganz spezielle Problem- und Fragestellungen anbieten zu können. Innovation findet dabei in kleinen, mittleren und großen Unternehmen statt. Auch Kooperationen und Netzwerke tragen zu neuen Innovationen bei. Mit dem Innovationspreis wollen wir zum einen außergewöhnliche Entwicklungsleistungen auszeichnen und zum anderen Klein- und Mittelbetriebe zu neuen Innovationen motivieren“, betonte Wirtschaftskammer-Direktor Steurer.
Der WKV-Direktor führt die hohe Innovationskraft der Vorarlberger Unternehmen auch unmittelbar auf den internationalen Wettbewerb und die internationale Orientierung zurück, denen die Vorarlberger Wirtschaft seit jeher ausgesetzt ist. Vorarlbergs Flaggschiffe geben die weltweit geforderten Standards bzw. die hohen Ansprüche an ihre mittelständischen Zulieferbetriebe im Land weiter. „Im Sog der großen Unternehmen erreichen damit auch kleinere und mittlere Zulieferbetriebe in unserem Land international höchstes Niveau. Es hat sich eine stark verschränkte Innovationsszene in Vorarlberg gebildet, die voneinander profitiert“, so Steurer. Deutlich wird dies auch bei Betrachtung der Patentanmeldungen. Misst man die Pro-Kopf-Erfindungsquote der Bundesländer, führt Vorarlberg dieses Ranking mit 108 Anmeldungen pro 100.000 Einwohnern klar an.

„Vorarlberg ist ein innovativer und leistungsfähiger Wirtschaftsstandort mit einem breiten Branchen- und Technologiemix“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner. Von Landesseite werde alles daran gesetzt, diese Entwicklung weiterhin zu unterstützen und zu fördern. Ein wesentlicher Grundstein dazu wurde mit der Forschungsstrategie VORARLBERG 2020+ gelegt. „Mit diesem wichtigen Instrument werden vorhandene Stärken der Forschung und Entwicklung in Vorarlberg gezielt ausgebaut. Das schafft die Basis für einen neuerlichen Innovationsschub und zusätzliche Impulse für Vorarlbergs Wirtschaft und wissenschaftliche Einrichtungen“, betonte Wallner. In infrastruktureller Hinsicht wolle man auch den Breitbandausbau in Vorarlberg in den kommenden Jahren vorantreiben, erklärte Wallner weiter. „Besonders erfreulich ist, dass die unterschiedlichsten Branchen unter den Projekteinreicher vertreten sind. Dies spiegelt einmal mehr wider, dass Innovation in allen Teilen der Vorarlberger Wirtschaft groß geschrieben wird“, so Wallner.

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser: „Forschung und Entwicklung haben in der Vorarlberger Wirtschaftspolitik einen hohen Stellenwert. Neben dem breiten Angebot an Unterstützungsmaßnahmen in Form eines umfassenden Wirtschaftsförderprogramms und den Beratungsdienstleistungen für Innovationsprojekte wird der Aufbau von überbetrieblichen F&E-Strukturen stark forciert. Damit leistet das Land Vorarlberg einen Beitrag zur Forcierung der Innovationsdynamik der heimischen Wirtschaft. Eine besondere Stärke Vorarlbergs besteht darin, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu fast 80 Prozent von den heimischen Unternehmen getragen werden. Das ist österreichweit der höchste betriebliche Anteil und belegt eindrucksvoll die starke Fokussierung der Vorarlberger Wirtschaft auf Forschung und Innovation.“

Innovationspreis 2016 - Facts
22 Unternehmen haben heuer ihre innovativen Projekte eingereicht, sechs davon wurden mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Die Preise sind mit je 2.000 Euro dotiert. Bewerben konnten sich heimische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickelt und auf den Markt gebracht haben. Die Umsetzung der Innovation sollte weitgehend abgeschlossen sein, zumindest erste Erfahrungen über die Auswirkungen sollten bereits vorliegen. Die Preisträger wurden von einer unabhängigen, achtköpfigen Fachjury ermittelt.

Innovationspreis 2016 für das beste Start-up-Unternehmen

•    Texible GmbH Projekt „Inkontinenz-Betteinlage“
Die Texible GmbH ist ein Spin-off der Universität Innsbruck, welches von Textilforschern und Textilunternehmern in Vorarlberg gegründet wurde. In einem Kooperationsprojekt des Forschungsinstituts für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck, der Fussenegger Textil Veredelungs GmbH, der Globe Tex Handelsgesellschaft mbH, der Identec Solutions AG, der Grabher Günter Textilveredelungs GmbH, der Brodissima Stickereien GmbH sowie der Berendsen GmbH wurde die Inkontinenz-Betteinlage entwickelt. Beim innovativen Sensortextil handelt es sich um eine industriell waschbare Inkontinenz- Betteinlage. Die automatische Alarmierung beim Kontakt mit Nässe und der damit verbundene schnelle Textilwechsel haben eine positive Wirkung auf die betroffenen Personen.

 

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