Das Lustenauer Textilveredelungsunternehmen Grabher Group will noch stärker in die Automobilzulieferindustrie einsteigen. Wie die Wirtschaftspresseagentur berichtet, hat die Gruppe ein Verfahren entwickelt, mit dem Carbonbauteile ohne Abfall hergestellt werden können.

Die auf die hochwertige Veredelung von Textilien spezialisierte Grabher Group mit Stammsitz in Lustenau und Produktionsniederlassungen in Dornbirn und Hohenems steht vor dem noch stärkeren Einstieg als Zulieferer für die internationale Automotive-Branche. Es geht dabei um die Herstellung von tragenden Strukturbauteilen für Kraftfahrzeuge aus Carbonfasern, wie Günter Grabher, Geschäftsführer und Eigentümer aller zur Grabher Group gehörenden Unternehmen, erklärte. Die Grundlage dafür biete die klassische Stickerei-Technologie.

Hergestellt werden sollen diese Kfz-Bauteile aus Carbon von dem Vorarlberger Unternehmen RAC-GmbH, an dem Günter Grabher ebenfalls beteiligt ist, so die Wirtschaftspresseagentur.

Herstellungsverfahren ohne Carbon-Abfälle

In den vergangenen zwei Jahren wurde ein Herstellungsverfahren entwickelt bei dem keine Abfälle entstehen. Bei anderen Verfahren müsse man mit bis zu 60 Prozent an Abfällen bei den Carbonfasern rechnen. Bei einem Kilopreis von derzeit 25 Euro für diese Carbonfasern sei das nicht nur in der Automotive-Branche ein schlagkräftiges Argument", meint Grabher.

Produktion in Hohenems beginnt Ende 2013

Das nunmehr entwickelte Herstellungsverfahren werde im Grunde genommen auf einer stark modifizierten Stickereimaschine durchgeführt. Wir verwenden uralte Stickerei-Technologie, die sich für diese hier erforderliche präzise Art der Faserverlegung sehr gut eignet, so Grabher. Die Entwicklung von Verfahren und Produktionsanlage sei abgeschlossen. Vor wenigen Wochen wurde am Standort in Hohenems um rund 700.000 Euro die erste Anlage zur Serienfertigung aufgestellt.

„Namhafte deutsche Automobilhersteller“ als Kunden

Zu den Kunden gehören nach Angaben von Günter Grabher „mehrere namhafte deutsche Automobilhersteller“. Die Namen dürfe man aus Vertragsgründen nicht nennen. Im Hohenemser Otten-Areal habe man derzeit Platz für insgesamt vier solche Herstellungsanlagen, die jeweils acht Bauteile parallel herstellen können. Bis zum Jahresende sollen bei RAC drei Mitarbeiter tätig sein.

Die Gruppe beschäftigt insgesamt rund 110 Mitarbeiter und erzielte im Vorjahr einen Umsatz von zwölf Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2013 werde eine Steigerung um fünf bis acht Prozent (ohne RAC) erwartet, sagte Grabher. Die Firmengruppe ist bereits jetzt in Teilbereichen Zulieferer der Automotive-Branche, etwa als Hersteller von Sicherheitsnetzen für Audi. Zudem werden spezielle Verdeck-Stoffe etwa für Cabrios entwickelt, die noch stärker schmutz- und wasserabweisend sein sollen. Im Vorjahr habe man für die dafür notwendige Plasmatechnologie rund eine Million Euro in Lustenau investiert.

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode